Stift Symbol (Bild: Freepik)

KI-Kennzeichnungspflichten: Was du jetzt unbedingt beachten musst

Texte, Bilder, Videos: Es gelten bald strenge Regeln für KI-generierte Inhalte. So erfüllst du die KI-Kennzeichnungspflichten und vermeidest damit hohe Bußgelder.

Halte dich an die KI-Vorgaben!

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Und die Technologie verändert gerade massiv unsere Welt – im Positiven wie auch im Negativen. Daher gibt es neue Regeln. Im August 2026 ging der EU AI Act, auch bekannt als KI-Verordnung, in die nächste Runde. Spätestens ab dann müssen bestimmte KI-Inhalte gekennzeichnet werden.

Was bedeutet das konkret für dich als Privatperson, Content-Creator oder Unternehmer? Was galt bisher? Was ändert sich? Und wie kannst du dich jetzt vorbereiten, um keine bösen Überraschungen zu erleben? Die Antworten erhältst du in diesem Leitfaden.

Hinweis: Die in diesem Beitrag genannten Informationen stellen keine rechtliche Beratung dar. Falls du eine rechtliche Beratung benötigst, dann wende dich bitte an einen qualifizierten Experten.

Welche KI-Regelungen gelten jetzt?

Es gibt nun ein paar Regeln, die du kennen solltest. Zum Beispiel diese:

Social Media

TikTok, YouTube und Meta (Facebook/Instagram) haben schon eigene Richtlinien für KI-generierte Inhalte eingeführt. Wer dort realistische KI-Inhalte postet, muss diese jetzt kennzeichnen. Tust du das nicht, riskierst du, dass die Plattform die Inhalte entfernt oder deinen Account sperrt.

UWG

In Deutschland wird schon länger das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) angewendet, um Nutzer vor Täuschung zu schützen. Das bedeutet: Wer mit KI-Inhalten bewusst in die Irre führt – etwa durch gefälschte Bewertungen, manipulierte Produktbilder oder Deepfakes –, kann abgemahnt oder verklagt werden. Daher ist KI-generierter Content im Business-Bereich oft kennzeichnungspflichtig.

KI-Kennzeichnung: Für wen gilt sie?

Die strengeren Transparenzpflichten gelten für fast alle KI-Inhalte. Die neuen Regeln des EU AI Act betreffen:

➡ Privatpersonen, bspw. Social-Media-Nutzer

➡ Content-Creator, bspw. Blogger und Influencer

➡ Unternehmen jeder Art

Die Betroffenen müssen diesen Content kennzeichnen:

Deepfakes & realistische synthetische Inhalte

Der EU AI Act zielt besonders auf Inhalte ab, die so realistisch sind, dass Nutzer sie für echt halten könnten. Dazu gehören:

🛑 Fake-Videos, in denen Personen Dinge sagen oder tun, die sie nie gesagt oder getan haben

🛑 KI-generierte Bilder, die echte oder real wirkende Menschen, Orte oder Ereignisse darstellen

🛑 Synthetische Stimmen, die reale Personen täuschend echt imitieren

KI-generierte Texte von öffentlichem Interesse

Auch Texte, die mit KI erstellt wurden und die Öffentlichkeit informieren, sollten gekennzeichnet sein. Das betrifft:

🛑 Blogartikel über politische Themen

🛑 Social-Media-Posts zu wirtschaftlichen Entwicklungen

🛑 Newsletter oder Beiträge, die die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen

Was ist bei KI-Chatbots?

Unternehmen müssen nicht nur bei Medieninhalten, sondern auch bei KI-Chatbots im Kundenkontakt handeln. Was bedeutet das?

➡ Nutzer sind bei der ersten Interaktion deutlich und sichtbar über den KI-Einsatz zu informieren

➡ Der KI-Hinweis kann zum Beispiel im Chatfenster stehen

➡ Eine Kennzeichnung jeder Antwort ist nicht nötig

➡ Versteckte Hinweise, beispielsweise in den AGB reichen nicht

➡ Seit dem 2. August 2026 gilt die Pflicht für alle aktiven Systeme, unabhängig vom Startdatum

Wann darf man die KI-Kennzeichnung weglassen?

Es wäre zwar sinnvoll, jeden Inhalt, der mit einer Künstlichen Intelligenz erzeugt wurde, deutlich zu markieren. Doch die KI-Verordnung bzw. der EU AI Act sieht ein paar Ausnahmen vor. Dazu gehören:

✅ Privater oder interner Gebrauch: Wenn du KI-Content nur für dich oder dein Team erstellst

✅ Unrealistische Inhalte wie Fantasy-Kunst oder Schaubilder und Infografiken

✅ Einfache, KI-gestützte Korrekturen, beispielsweise bei der Rechtschreibung

✅ KI-Inhalte, die vor dem 2. August 2026 veröffentlicht wurden

✅ Menschlich überprüfte Inhalte, für die jemand die Verantwortung übernimmt

Das heißt, du kannst einen Blogartikel zu aktuellen politischen Entscheidungen von einem KI-Tool schreiben lassen. Vor der Publikation überarbeitest du den Text und veröffentlichst ihn unter deinem Namen. Dann fällt dieser Beitrag nicht unter die KI-Kennzeichnungspflicht.

Wie sehen die offiziellen KI-Kennzeichnungen aus?

Die Europäische Kommission hat ein paar Icons veröffentlicht, die du kostenlos einsetzen kannst, um deine KI-Inhalte zu kennzeichnen. Das sind sie:

AI Icon (Bild: EU) Dies ist das grundlegende Symbol, mit dem sich alle KI-erstellte Inhalte markieren lassen.
"AI Generated" Icon (Bild: EU) Wenn ein Inhalt vollständig von einer Künstlichen Intelligenz generiert wurde, dann solltest du dieses Icon verwenden.
"AI Modified" Icon (Bild: EU) Wenn Inhalte nur teilweise von einem KI-Tool verändert wurden, kannst du dieses EU-weit gültige Symbol nutzen.

Gut zu wissen: Die Icons und Symbole sind frei verfügbar. Sie sollten gut sichtbar platziert werden. Zum Beispiel in der oberen rechten Ecke eines Bildes oder am Anfang eines Youtube-Videos.

Wie kann man die KI-Kennzeichnung in Bilder einfügen?

Setze Photoshop, Canva und Dergleichen ein, um ein AI-Label einzufügen. Ja, das kann sehr mühsam  und nervig sein, besonders wenn du regelmäßig KI-generierte Bilder verwendest.

Willst du es einfacher? Dann nutze das kostenlose Tool von KI-Känguru, mit dem du deine „AI-generated Images“ mit einem passenden Icon versehen kannst. Das geht mit wenigen Klicks innerhalb von Sekunden.

> Zum KI-Bilder-Kennzeichnungstool

Verstöße gegen die KI-Kennzeichnungspflicht: Die Konsequenzen?

Was passiert, wenn du dich nicht an die europaweit gültige Rechtsprechung hältst? Das könnte unter Umständen diese Folgen haben:

🚫 Sperrung deiner Accounts auf Plattformen wie LinkedIn, YouTube oder Instagram

📉 Reputationsschäden, weil deine Kunden und Freunde das Vertrauen verlieren

💰 Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3% des Firmen-Jahresumsatzes

Was musst du nun tun?

Der EU AI Act ist kein KI-Verbot, sondern ein Rahmenwerk, das den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz fördern soll! Das Ziel ist es, Desinformationen und Verbrauchertäuschung zu verhindern.

Dagegen zu sein und die EU-Vorgaben zu ignorieren bringt nichts – außer Ärger und eventuell satte Strafen. Nutze deine Energie lieber, um die Vorgaben richtig umzusetzen!

Als Privatperson

🔷 Informiere dich über die KI-Richtlinien der Plattformen, auf denen du aktiv bist

🔷 Facebook, YouTube & Co. bieten Funktionen zur KI-Kennzeichnung an – nutze sie!

🔷 Verwende KI-Tools, die automatisch spezielle Infos einbetten (C2PA-Wasserzeichen)

🔷 Nutze das AI-Labeling-Tool von KI-Känguru, um Bilder einfach zu kennzeichnen.

Als Freelancer oder Unternehmen

🔷 Wende die gerade genannten, privaten Tipps zur KI-Kennzeichnung an

🔷 Erstelle eine Übersicht aller KI-generierten Inhalte in deinem Unternehmen

🔷 Sorge dafür, dass die KI-Inhalte maschinenlesbar gekennzeichnet sind

🔷 Führe eine redaktionelle Kontrolle ein, um die Qualität des Outputs zu verbessern

🔷 Sorge dafür, dass du und dein Team sich bestens mit KI-Anwendungen auskennen

Fazit

Eigentlich sind die Vorgaben des EU AI Act ganz einfach zu verstehen, auch wenn sie zuerst kompliziert klingen. Frage dich immer wieder: “Könnte jemand denken, dieser KI-generierte Content sei echt?“ Wenn die Antwort „Ja“ lautet, dann sorge für eine Kennzeichnung. Das schafft Vertrauen und vermeidet Ärger.

Möchtest mehr zum Thema wissen? Wie wäre es mit einer Fortbildung? Die Weiterbildung „KI-Verordnung: Pflichten & Aufgaben“ vermittelt dir die wichtigsten Inhalte der EU-Regulierung.

 

Bildquellen: Freepik, OpenAI // Hinweis: Die Bilder auf dieser Website sind teilweise mit KI generiert.


Entdecke mehr von KI-KÄNGURU

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen